Premierminister Nguyen Tan Dung ist derzeit in Nanning in der chinesischen Provinz Guangxi, um an der ASEAN-China-Messe und dem ASEAN-China-Gipfeltreffen über Investition und Handel teilzunehmen. Dungs Beteiligung zeigt das aktive Engagement Vietnams für die Förderung der strategischen Partnerschaft zwischen der südostasiatischen Staatengruppe ASEAN und China. Dies ist auch eine gute Chance für vietnamesische Unternehmen, Investitionsmöglichkeiten zu finden und ihre Geschäftstätigkeit in China auszubauen.
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| Premierminister Nguyen Tan Dung weihnt die vietnamesischen Ständen auf der ASEAN-China-Messe in Nanning ein. (Foto: VGP/Nhat Bac) |
Dieses Jahr feiern die ASEAN und China den 22. Jahrestag der Aufnahme ihrer Dialogbeziehungen. Unter dem Motto “Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit: neue Chancen, neue Impulse und Beginn einer neuen Phase” wird erwartet, dass die ASEAN-China-Messe und das ASEAN-China-Gipfeltreffen über Investition und Handel zu einem Meilenstein für die Wirtschafts- und Handelszusammenarbeit zwischen beiden Seiten wird. Während das Handelsvolumen zwischen beiden Seiten im Jahr 2002 bei mehr als 54 Milliarden US-Dollar lag, erreichte es im Jahr 2012 mehr als 400 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 22 Prozent. Beide Seiten setzten sich zum Ziel, dass ihr Handelsvolumen bis 2015 rund 500 Milliarden US-Dollar erreichen solle. Während China derzeit einen neuen Fünfjahresplan umsetzt, konzentriert sich die ASEAN auf den Aufbau einer ASEAN-Gemeinschaft. Ferner sind die Mechanismen einer Freihandelszone zwischen den ASEAN Staaten und China bereits in Kraft getreten. Deswegen ist die Chance zur Handelszusammenarbeit zwischen beiden Seiten sehr groß. Um diese Freihandelszone effizient zu nutzen, sollen die ASEAN und China sich noch mehr anstrengen. Dazu Vize-Außenminister Pham Quang Vinh:
“Wie ein Land die Vorteile, die eine Freihandelszone bringt, ausnutzen kann, hängt von den Fähigkeiten jedes Landes ab. Denn nicht alle Länder in der ASEAN haben bereits eine ausreichende Wirtschaftsentwicklungsstufe erreicht, um diese Vorteile ausnutzen zu können. Deswegen soll man Programme ausarbeiten, um besonders die Länder zu unterstützen, deren Entwicklungsstufe noch niedriger ist. Die Integration ist nicht nur eine Chance zur Steigerung des Konsums, sondern auch zur Verbesserung der Produktionsqualität und zur Anwendung moderner Wissenschaftstechnologien.”
Als aktives Mitglied der ASEAN engagiert sich Vietnam dafür, die ASEAN-China-Zusammenarbeit zu fördern. Ein Beispiel dafür ist, dass Vietnam 2011 die Rolle als Dialogstaat zwischen der ASEAN und China erfüllte. Nach vietnamesischer Auffassung bringt die Förderung der Zusammenarbeit den betroffenen Ländern nicht nur Vorteile, sondern vielmehr den gemeinsamen Wohlstand für die ganze Region. Gemeinsam mit anderen ASEAN-Ländern und China bemüht sich Vietnam darum, die strategische Partnerschaft zwischen beiden Seiten in allen Bereichen zu verstärken, vor allem in Investition und Handel. Dazu Vize-Außenminister Pham Quang Vinh:
“In der vergangenen Zeit hat Vietnam einen langen Weg zur Eingliederung in die internationale Wirtschaft zurückgelegt. Vietnam hat sich heute gut in die ASEAN eingliedert. Unser Land gehört zu den Ländern, die die Ziele bei der Eingliederung in eine ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft erfüllen. Dies sind wichtige Grundlagen für Vietnam, sich auch in die Programme der Freihandelszone mit den ASEAN-Partnerländern, darunter China, einzugliedern.”
Für Vietnam ist die ASEAN-China-Messe sehr nützlich. Die chinesische Provinz Guangxi hat eine gemeinsame Grenze mit vier nordvietnamesischen Provinzen. An der diesmaligen Messe nehmen 110 vietnamesische Unternehmen mit rund 200 Ständen teil. Auf der vorjährigen Messe lag das gesamte Handelsvolumen zwischen vietnamesischen und chinesischen Unternehmen bei mehr als 90 Millionen US-Dollar. Das durchschnittliche jährliche Exportvolumen zwischen Vietnam und Guangxi ist in den vergangenen Jahren um 20 Prozent gestiegen. Währenddessen hat sich die Handelszusammenarbeit zwischen China und Vietnam in den jüngsten Jahren stark entwickelt.
Die Reise des Premierministers nach China unterstreicht die Auffassung der Partei und des Staates Vietnam, die Zusammenarbeit mit China, besonders mit den chinesischen Grenzprovinzen, zu verstärken. Darüber hinaus will Vietnam das politische Vertrauen China gewinnen.