Professorin Vu Thanh Huong aus der Wirtschaftshochschule der Nationalen Universität Hanoi. (Foto: Vu Thanh Huong) |
Das Leitthema steht für ein Wertesystem und einen Handlungsrahmen, mit denen die KPV den Übergang in ein neues Entwicklungszeitalter des Landes aktiv, selbstbewusst und nachhaltig gestalten will.
Selbstvertrauen und Selbstständigkeit
Rückblickend auf die Umsetzung zentraler Aufgaben während der Amtszeit des 13. Parteitags, einschließlich während der Covid-19-Pandemie, betont Professorin Vu Thanh Huong aus der Wirtschaftshochschule der Nationalen Universität Hanoi, dass Vietnam dank der Landwirtschaft als stabile Säule seine Lebensmittelautonomie sichern konnte. In Verbindung mit der industriellen Produktion lebensnotwendiger Güter vor Ort und einer aktiven Exportpolitik habe das Land das Doppelziel erreicht: effektive Pandemiebekämpfung und eine schnelle wirtschaftliche Erholung. Diese Ergebnisse würden im Entwurf des Politischen Berichts ausdrücklich hervorgehoben. Dazu Professorin Vu Thanh Huong:
„Der Geist von Eigenständigkeit und Selbststärke zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Vietnamesen. Er hat es der Nation ermöglicht, alle Herausforderungen zu überwinden und sich mit Entschlossenheit weiterzuentwickeln.“
In der Phase tiefer internationaler Integration müsse dieser Geist jedoch weiter entfaltet werden. Bürger, Unternehmen und Branchen bräuchten ein internationales Denken, Integrationsfähigkeit und das Selbstvertrauen, globale Errungenschaften aufzunehmen und kreativ für die nationale Entwicklung zu nutzen.
Wirtschaftsexperte Le Duy Binh. (Foto: diendandoanhnghiep.vn) |
Strategische Autonomie
Angesichts anhaltender globaler Herausforderungen für Sicherheit und Entwicklung misst der Politische Bericht für den 14. Parteitag der strategischen Autonomie besondere Bedeutung bei. Nach Einschätzung von Professorin Vu Thanh Huong erfordert dies in der kommenden Amtszeit drei zentrale Aufgaben: den Ausbau der inländischen Produktionskapazitäten, die aktive Beherrschung von Schlüsseltechnologien sowie die Aufwertung der Wertschöpfungsketten.
„Nur durch technologische Eigenständigkeit und Innovation können wir höhere Wertschöpfung erzielen, Gewinne steigern und die Einkommen der Arbeitskräfte verbessern. Die Aufwertung der Wertschöpfungsketten ist dabei eng mit der Anpassung des Wachstumsmodells verbunden.“
Wirtschaftsexperte Le Duy Binh unterstreicht, dass strategische Autonomie eine umfassende Selbstständigkeit in allen Wirtschaftssektoren voraussetzt, von Industrie und Landwirtschaft über Dienstleistungen bis hin zu jedem Unternehmen und jedem einzelnen Bürger. Der Mensch müsse im Mittelpunkt stehen, während der Privatsektor zum wichtigsten Wachstumsimpuls werde. Gleichzeitig seien makroökonomische Stabilität und ausgewogene wirtschaftliche Rahmenbedingungen unverzichtbar. Le Duy Binh betont:
„Strategische Autonomie beginnt mit makroökonomischer Selbstständigkeit, insbesondere bei Geld-, Finanz- und Handelspolitik. Eine stärkere Stellung der vietnamesischen Währung bedeutet auch eine stärkere Position der nationalen Wirtschaft.“
Insgesamt ist strategische Autonomie die konsequente Weiterentwicklung der Politik von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung unter neuen globalen Bedingungen. Der Politische Bericht für den 14. Parteitag betont dabei vor allem die Stärkung der eigenen Kräfte und die aktive Anpassung an eine instabile Weltlage. Dies ist die Grundlage für Vietnam, selbstbewusst und entschlossen in ein neues Entwicklungszeitalter voranzuschreiten.