(VOVworld) – Der Sieg der Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Bundestagswahl zeigt die große Hoffnung der deutschen Wähler auf die bewährte Politik der mächtigen Politikerin. Die Kanzlerin kann aber den Sieg nicht so richtig feiern, da sie zunächst noch einen neuen Koalitionspartner für die nächste Amtszeit suchen und sich zahlreichen Fragen des Landes stellen muss.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel im CDU-Sitz nach dem
Wahlssieg. (Foto: AFP/VNA) |
Die erste Herausforderung von Angela Merkel nach der Bundestagswahl ist es, einen neuen Partner zu finden, mit dem sie eine Koalitionsregierung bilden kann. Die CDU/CSU von Bundeskanzlerin Angela Merkel erreichte nach der Auszählung der abgegebenen Stimmen zur Bundestagswahl mit 41,5 Prozent, die höchste Anzahl der Stimmen. Mit diesem Ergebnis erhält die CDU/CSU allerdings nur 311 von insgesamt 630 Sitzen im Bundestag und verpasst knapp die absolute Mehrheit. Daher muss sie jetzt einen Koalitionspartner finden, um eine neue Regierung zu bilden. Die Freie Demokratische Partei FDP, der gegenwärtige Koalitionspartner von Merkel, erreichte nur 4,8 Prozent der Stimmen. Das heißt, die FDP ist erstmals in ihrer Geschichte nicht im Bundestag vertreten, da die „fünf Prozent Hürde“ vorschreibt, dass nur Parteien im Bundestag vertreten sind, die mindestens fünf Prozent der Wählerstimmen erhalten haben. Das bedeutet auch, dass Angela Merkel einen neuen Koalitionspartner suchen muss. Die Verhandlungen für eine Koalitionsregierung gestalten sich nach dieser Wahl komplizierter.
In der Tat könnte Angela Merkel mit den Grünen oder der SPD koalieren, um eine Koalitionsregierung zu bilden. Beide Parteien haben bislang nur sehr zurückhaltend auf diese Möglichkeit geantwortet. Eine Koalition mit der SPD wäre keine einfache Möglichkeit. Der SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück zeigte keine Bereitschaft für ein Bündnis mit der CDU/CSU. Er verkündete, es sei jetzt die Aufgabe Merkels, eine Mehrheit zu finden. Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel sagte, um die Verhandlung für eine Koalitionsregierung zu beginnen, muss Merkel zunächst die Frage beantworten, wohin sich ihre Partei mit Deutschland entwickeln wolle, welches Ziel sie verfolge. Die SPD-Parteisekretärin Andrea Nahles sieht eine Koalition der SPD mit der CDU/CSU mit sehr großer Skepsis. Eine Koalition mit den Grünen ist eine ebenso große Herausforderung für Merkel, da die Richtlinien von CDU/CSU und Grünen sehr unterschiedlich sind, vor allem in Steuerfragen.
Bevor der neue Bundestag zu seiner ersten Sitzung am 22. Oktober zusammen kommt, müssen die Mitarbeiter von Angela Merkel sicherlich ihre Tüchtigkeit bei Verhandlungen beweisen, um die Bildung einer Koalitionsregierung zu ermöglichen.
Eine andere Herausforderung für Angela Merkel ist die Lösung der gesellschaftlichen Fragen. Die immer größere Distanz bei den Einkommen verschärft die sozialen Spannungen in Deutschland. Deutschland ist das Land, in dem die Zahl der Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten, am höchsten in Europa ist. Ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland arbeiten in unsicheren Arbeitsverhältnissen. Sieben Millionen Menschen bekommen einen Stundenlohn von nur 8,50 Euro pro Stunde. Doch diese Herausforderungen scheinen nicht groß zu sein. Während der letzten Amtszeit von Merkel hat Deutschland erheblich größere Errungenschaften erreicht. Die Wirtschaft erreicht ein Wachstum von 0,7 Prozent im zweiten Quartal in diesem Jahr. Die Rate der Arbeitslosen ist auf 6,8 Prozent gesunken. Der Staatshaushalt wird bald das Ziel erreichen und wieder ausgeglichen sein. Die deutsche Wirtschaft hat unbeschadet die Krise überwunden. Deutschland behält die Best-Bonität “AAA”. Die Erfahrungen, das Selbstbewusstsein und die Erfolge von Angela Merkel sind wirklich eine starke Grundlage, um ihre Politik weiter voranzutreiben.
Die deutsche Bundeskanzlerin hat gesagt, die Schwierigkeiten hindern uns nicht, sondern geben uns Impulse. Hoffentlich sind die gegenwärtigen Herausforderungen wieder ein Impuls für die Kanzlerin, das Land zu leiten und zunächst einen Koalitionspartner zu finden.