Touristen genießen das Erlebnis, Schals zu weben und zu färben. (Foto: Vinh Phong) |
Vom Provinzzentrum aus fährt man entlang der Autobahn, die über die Felder Ta Chum zum Dorf Hoa Tien führt. Das Dorf Hoa Tien gilt als „das Herz“ des Geländes Chieng Ngam und ist der Wohnort der Angehörigen der Volksgruppe der Thai. Bei der Ankunft in Hoa Tien werden Touristen vor dem Homestay-Eingang empfangen und an der Zeremonie zum Fadenbinden am Handgelenk teilnehmen.
Dieser Brauch ist eine langjährige kulturelle Schönheit der Thai und enthält verschiedene spirituelle Bedeutungen. Die Fäden haben drei Farben: Rot, Weiß und Schwarz. Die roten Fäden werden rund um das Handgelenk der Touristen gebunden, mit dem Wunsch, dass sie fröhlich und gesund sind und alle Schwierigkeiten bewältigen können. Dazu die Besucherin Le Hieu aus dem Wohnviertel Vinh Hung:
„Die Volksgruppe der Thai vor Ort hat eine einzigartige typische Kultur. Dort können die Besucher diese Einzigartigkeit in jeder kulturellen Aktivität sowie in Sitten und Bräuchen kennenlernen.“
Auch die Brokatweberei der ethnischen Minderheiten im Dorf Hoa Tien ist eine Attraktion für Touristen. Sticken und Weben gelten dort als Wiege der Brokatkunst der Thai. Die Stoffe werden aus natürlichen Materialien hergestellt, die durch geschickte Hände der Frauen der Thai in einzigartige Brokatprodukte mit feinen vielfältigen Mustern geschaffen werden. Dort kann man sich an der Ernte von Baumwolle, dem Spinnen, dem Weben am Webstuhl, und dem Einfärben von Stoffen mit den Einheimischen beteiligen. Besucherin Thanh Thuy im Wohnviertel Truong Vinh freut sich über das Erlebnis:
„Durch dieses interessante Erlebnis bin ich neugierig geworden, wie die Bewohner hier Produkte herstellen. Ich habe alle Schritte zur Herstellung von Stoffen der Thai verfolgt. Ich möchte nun auch selbst einen Schal mit Blumenmustern von Nghe An weben.“
Die Lieder und Tänze der Mädchen der Volksgruppe Thai im Dorf Hoa Tien faszinieren die Touristen. (Foto: Vinh Phong) |
Beim Abendessen kann man traditionelle Gerichte der Thai genießen, darunter gegrillte Fische aus dem Hieu-Fluss, sautierte Bambussprossen, Klebreis und gegrilltes Hühnerfleisch. Zusammen mit den Hausbesitzern trinken die Gäste den Can-Schnaps oder nehmen am Bambustanz teil. Besucherin Nguyen Thi Oanh in der Gemeinde Dien Chau mag die Atmosphäre der Traditionen der Thai:
„Diese Traditionen sollten bewahrt werden. Ich hoffe, dass solche kulturellen Aktivitäten, die wenig in anderen Orten zu finden sind, erhalten werden. Mir gefällt das Erlebnis heute sehr.“
Im Dorf Hoa Tien gibt es mehr als 300 Pfahlhäuser. Dort betreiben zehn Haushalte den gemeinschaftsbasierten Tourismus. Sam Thao Trang ist Besitzerin des Homestays Bich Trang. Seit vier Jahren betreibe ihre Familie den gemeinschaftsbasierten Tourismus und habe bereits viele Besucher aus dem In- und Ausland empfangen, sagt Thao Trang:
„Hoa Tien ist die Kulturwiege der Thai, die für ihre typische Kultur und die traditionelle Brokatweberei bekannt ist. Dies hat zahlreiche Touristen fasziniert. Meine Familie will durch den gemeinschaftsbasierten Tourismus unsere Kultur bewahren und weiterentwickeln."
Zu jeder Jahreszeit zeigt das Dorf Hoa Tien eine eigene Schönheit. Im Frühling ist überall im Dorf die fröhliche Stimmung des Hang-Bua-Festes zu spüren. Im Sommer baden gern viele Kinder im friedlichen Hieu-Fluss, während Touristen mit einem Boot die wunderschöne Abenddämmerung bewundern können. Wenn der Herbst kommt, tragen die Reisfelder Ta Chum eine glänzend goldene Farbe. Im Winter sieht das Dorf Hoa Tien in weißer Wolle wie ein Tuschegemälde inmitten von Bergen und Hügeln aus.