Die Atmosphäre Hanois während der Subventionszeit durch die „Straßenbahnlinie 6” nachempfunden

Kim Lieu
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(VOVWORLD) - Das Bimmeln der Straßenbahnen war einst für viele Generationen von Hanoiern ein vertrauter Lebensrhythmus. Es wird nun durch das Projekt „Straßenbahnlinie 6“ in Ngu Xa - Truc Bach in Hanoi, authentisch und lebendig wiederbelebt. Die „Straßenbahnlinie 6“ fährt nicht auf Schienen, sondern versetzt die Besucher dennoch in das Hanoi vergangener Jahrzehnte zurück. 
Die Atmosphäre Hanois während der Subventionszeit durch die „Straßenbahnlinie 6” nachempfunden - ảnh 1Die „Straßenbahnlinie 6“ ist inspiriert vom Geräusch der Straßenbahnen in Hanoi von 1901 bis 1991. (Foto: Kim Lieu)

Die „Straßenbahnlinie 6“ gehört zum Modellprojekt „Kulturerbe auf den Straßen“, das vom Volkskomitee des Wohnviertels Ba Dinh in Hanoi umgesetzt wird. Diese besondere Zugstrecke befördert keine Passagiere, sondern „transportiert“ vielmehr die Erinnerungen, die Geschichte und die Kultur der tausend Jahre alten Hauptstadt. Die Doppelstockwaggons sind wie Miniaturmuseen gestaltet, in denen die Besucher Hanoi mit allen Sinnen erleben können: Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken. Dazu Nguyen Dan Huy, der stellvertretende Vorsitzende des Wohnviertels Ba Dinh:

„Mit dem Modell „Kulturerbe auf den Straßen“ möchten wir jungen Menschen das kulturelle Erbe näherbringen. Zunächst haben wir die Waggons aufwendig gestaltet, um junge Menschen für „Check-ins“ anzulocken. Beim Betreten der Waggons erwartet sie eine Welt des materiellen und immateriellen Kulturerbes. Dadurch werden sie das Erbe unserer Vorfahren besser verstehen und mehr lieben.“

Derzeit werden im Wohnviertel Ba Dinh fünf „Erbe-Eisenbahnwaggons“ eingesetzt. Vier Waggons befinden sich rund um den Truc-Bach-See, der fünfte am Wasserturm Hang Dau. Jeder Waggon ist eine kleine Welt, in der die Vergangenheit in der Sprache der Gegenwart erzählt wird. Im „Reis-Waggon“ können Besucher den gesamten Prozess vom Säen der Reissaat bis zur Ernte und dem Mahlen zu weißem Reis kennenlernen. Der „Küchenschrank-Tablett-Waggon“ spiegelt den Raum einer vietnamesischen Küche während der Subventionszeit wider. Darüber hinaus können sich Besucher im „Kaffee-Waggon“ ihre eigene Tasse Kaffee zubereiten.

Die Atmosphäre Hanois während der Subventionszeit durch die „Straßenbahnlinie 6” nachempfunden - ảnh 2Räume wecken Erinnerungen nicht nur durch alte Gegenstände, sondern auch durch ein Gefühl der Vertrautheit. (Foto: Kim Lieu)

Ein besonderes Highlight ist der „Nudelsuppe-Waggon“, der eine Reise zur Entdeckung von tausenden kulinarischen Geschichten aus allen drei Regionen des Landes eröffnet. Jedes Gericht erzählt eine Geschichte von der außergewöhnlichen Kreativität des vietnamesischen Volkes. Nguyen Tien Dat, der stellvertretende Vorsitzende des Tourismusverbands der Stadt Hanoi, sagt:

„Besucher erleben Hanoi mit allen Sinnen. Im „Nudelsuppe-Waggon“ können sie das unverwechselbare Aroma von Pho erleben. Im „Kaffee-Wagen“ erwartet sie der typische Duft von Kaffee. Anschließend können sie Pho, Kaffee, traditionelle Frühlingsrollen und Tee genießen. Und sie können Gegenstände der Vergangenheit berühren.“

Insbesondere an der „Zentralbahnhof der Straßenbahnlinie 6“ werden einst bekannte Haushaltsgegenstände präsentiert, darunter wabenförmige Kohleöfen, blau glasierte Teesets oder alte Radios. Alle wurden von Einheimischen gesammelt, die nun das tägliche Leben der Einwohner Hanois während der Subventionszeit lebendig widerspiegeln.

Die Atmosphäre Hanois während der Subventionszeit durch die „Straßenbahnlinie 6” nachempfunden - ảnh 3Touristen machen Fotos bei der „Straßenbahnlinie 6“. (Foto: Kim Lieu)

Pham Thu Huong im Wohnviertel O Cho Dua in Hanoi äußert ihre Gefühle nach dieser Reise der Erinnerungen:

„Meine Kindheit war eng mit der Subventionszeit verbunden. Wenn ich mir die Gegenstände hier ansehe, wie die Lebensmittelmarken oder das Hochzeitsfoto der Braut mit dem Gladiolenstrauß, habe ich das Gefühl, meine Kindheit noch einmal zu erleben. Ich hätte nicht gedacht, dass die Organisatoren so viele Gegenstände aus dieser Zeit gesammelt und sie auf so kleinen, aber gemütlichen Raum ausstellen könnten, wobei sie den Geist der Subventionszeit so perfekt einfangen.“

Das einzigartige Modell der Straßenbahnlinie 6 zieht zahlreiche Besucher an, insbesondere junge Leute.

„Meine Großmutter und meine Mutter stammen ursprünglich aus Hanoi, aber ich bin in Quy Nhon geboren und aufgewachsen. Lange Zeit kannte ich das alte Hanoi nur aus den Erzählungen meiner Großeltern und Eltern. Ich habe das alte Hanoi nie wirklich gesehen. Heute habe ich Dinge gesehen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Es fühlte sich an, als würde ich im Raum leben, in dem meine Großeltern und meine Mutter aufgewachsen sind.“

Die Atmosphäre Hanois während der Subventionszeit durch die „Straßenbahnlinie 6” nachempfunden - ảnh 4Ausstellungs- und Erlebnisraum für das kulinarische Erbe Hanois. (Foto: Kim Lieu)

„Hier fand ich Haushaltsgegenstände, die es heute nicht mehr gibt. Ich hoffe, dass solche Modelle verbreitet werden, damit mehr Menschen, die nicht in dieser historischen Zeit geboren und aufgewachsen sind, nachvollziehen, was die früheren Generationen durchlebt haben. So können sie die vietnamesische Kultur noch mehr lieben.“

Der „Erbe-Zug“ bietet Besuchern eine einzigartige und unvergessliche Reise inmitten von Hanoi. Die Harmonisierung von Vergangenheit und Gegenwart, von kultureller Quintessenz und innovativen kulinarischen Erlebnissen hat eine besondere Anziehungskraft für Besucher geschaffen.

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