Die Rituale im Leben der ethnischen Minderheit E de

Lan Anh
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(VOVworld) – Mitglieder der ethnischen Minderheit E de haben eine eigene Auffassung über die Reinkarnation. Jede Einzelperson der E de muss in seinem Leben verschiedene Rituale erleben. Die Rituale werden durchgeführt, mit dem Ziel, ihren Vorfahren sowie den Heiligen und der Gemeinschaft die Existenz sowie die Entwicklung dieser Einzelperson zu übermitteln. 

(VOVworld) – Mitglieder der ethnischen Minderheit E de haben eine eigene Auffassung über die Reinkarnation. Jede Einzelperson der E de muss in seinem Leben verschiedene Rituale erleben. Die Rituale werden durchgeführt, mit dem Ziel, ihren Vorfahren sowie den Heiligen und der Gemeinschaft die Existenz sowie die Entwicklung dieser Einzelperson zu übermitteln.

 

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Drei Schamanen beim Abschiedsfest für Toten. (Foto: baoninhthuan.com.vn)



Mitglieder der Volksgruppe E de haben keinen Brauch, ihre Vorfahren zu verehren. Wenn jemand gestorben ist, werden die Familienangehörigen des Toten innerhalb von einem bis zu drei Jahren ein großes Fest organisieren, um den Toten zu verabschieden. Dazu Professor Ngo Duc Thinh:

“Die E de glauben, dass die Seele des Toten in seiner Familie oder im Dorf wandern, solange das Abschiedsfest nicht organisiert ist. Deshalb besuchen die Familienangehörigen des Toten täglich sein Grab und bringen Reis mit, um sie zu ernähren. Jedes Grab der E de hat ein Bambusrohr, das den Sarg mit der Bodenfläche verbindet. Durch dieses Bambusrohr füttert man den Toten und spricht mit ihm. Nachdem das Abschiedsfest organisiert ist, wird die Beziehung zwischen den Lebenden und den Toten für immer beendet.”

Auf dem Fest müssen die Familienangehörigen des Toten Reis, Fleisch, Schnaps, sowie Opfergaben vorbereiten und ihre Verwandte und Dorfbewohner zum Fest einladen. Etwa ein Monat vor dem Fest konzentrieren sich die Familienangehörigen des Toten darauf, Statuen aus Holz oder Horn zu beschneiden. Diese Statuen werden dann als Dekorationsstücke für das Grabhaus des Toten benutzt. Während des Festes werden traditionelle Gesänge der ethnischen Minderheit E de vorgeführt, sowie Musikinstrumente gespielt. Die Lebenden verteilen außerdem ihr Vermögen an die Toten, sagt Professor Ngo Duc Thinh weiter:

“Die Lebenden verteilen an die Toten alles, was sie besitzen, zum Beispiel Schapsgefäße oder Körbe. Der Boden dieser Gefäße und Körbe werden aber zerstört. Denn die E de meinen, dass die Welt der Lebenden der Welt der Toten entgegengesetzt ist.”

Nachdem das Fest organisiert ist, können sich die Lebenden sorglos sein, weil sie ihre Verantwortung für die Toten erfüllt haben. Die Toten können danach wieder geboren werden und ein neues Leben fortsetzen. Das Abschiedsfest wird deshalb feierlich veranstaltet.

Mitglieder der E de legen auch großen Wert auf die Benennung des Säuglings. Etwa drei Tage nachdem das Baby zur Welt gebracht wurde müsse die Familie ein Fest organisieren, um ihren Vorfahren die Anwesenheit des Babys zu übermitteln und das Baby zu benennen, so Professor Ngo Duc Thinh:

“Mitglieder der E de meinen, dass die Toten in Form eines Tautropfens wieder geboren werden. Sie bemühen sich deshalb normalerweise, Blätter nicht zu berühren, auf denen Tautröpfchen liegen. Sie halten die Tautröpfen für die Seele des Toten. Beim Benennungsfest pflücket man ein Blatt mit einem Tautropfen darauf und legt das Blatt vor das Baby. Man glaubt, dass seine Vorfahren im Körper des Babys wieder geboren werden. Der Schamane nennt hintereinander den Namen der Vorfahren des Babys. Wenn das Baby ein Zeichen gibt während die Schamane irgendeinen Namen nennen, wird man diesen Namen wählen, um das Baby danach benennen.”

Opfergaben für das Namensfest sind normalerweise ein Schnapsglas, ein Hahn, ein Aubergine, ein Guavenblatt und ein Bronzeglas. Wenn das Baby ein Sohn ist, wird ein Stock, ein Meißel und ein Messer hinzugefügt. Nachdem das Fest beendet ist, wird der Schamane das Baby mit einem Stück Hühnerleber füttern. Er taucht das Guavenblatt in den Tautropfen und bringt ihn auf den Mund des Babys. Man wünscht, dass das Baby mutig ist und alle Schwierigkeiten überwinden wird, bis es aufgewachsen ist. Wenn das Baby ein Junge wird, wird wieder ein Fest organisiert, mit dem der Junge von den Dorfbewohnern als Erwachsener anerkannt wird. Professor Luu Hung, Direktor des ethnologischen Museums, sagt:

“Ein Mitglied der ethnischen Minderheit E de muss in seinem Leben viele verschiedene Feste erleben. Durch jedes Fest werden seine Position und sein Ansehen im Dorf ein bisschen erhöht. Die Feste, die später organisiert werden, werden größer als die vorherigen Feste. Die Anzahl von Opfergaben wird größer. Das Fest für die Erwachsenen ist wichtig und wird feierlich veranstaltet. Alle Dorfbewohner werden zum Fest eingeladen.”

Mitglieder der E de versuchen derzeit, andere traditionelle Feste wieder zu beleben. Diese Feste und Rituale sind ein unentbehrlicher Teil in ihrem Leben.