Gäste besuchen die alte Kaiserstadt Hue. |
Am Nachmittag am Ufer des Huong-Flusses in der Kaiserstadt Hue treffen wir David Wilson, einen Touristen aus Großbritannien.
„Dies ist das zweite Mal, dass ich nach Hue zurückkehre, und ich bin wirklich sehr beeindruckt. Nach der COVID-19-Pandemie spüre ich deutlich, dass sich der Tourismus hier sehr stark erholt hat. Die Kulturerbestätten werden besser erhalten, die Dienstleistungen sind professioneller geworden und die Menschen sind äußerst freundlich.“
Neben der Kaiserstadt Hue hat sich der Tourismus in anderen Reisezielen in Zentralvietnam gut erholt. Vuong Quoc Bao, ein Reiseleiter in Da Nang, Hoi An, Hue berichtet:
„Die Märkte aus Südkorea, Taiwan (China) und Japan verzeichnen weiterhin ein gutes Wachstum. Gleichzeitig kehren auch europäische Touristen zurück, mit einem Trend zu individuell organisierten Reisen, längeren Aufenthalten und der Suche nach authentischen lokalen Kulturerlebnissen.“
Der Tourismus in Vietnam wandelt sich schrittweise von reinen Besichtigungsreisen hin zu Reiseerlebnissen, die eng mit Kultur, Küche, Kunst und dem Gemeinschaftsleben verbunden sind. Dazu sagt Nguyen Le Mai Huong, die Direktorin der Tourismusfirma Seni.
„Formen wie Gemeinschaftstourismus, Ökotourismus und Gesundheitstourismus befinden sich noch in der Anfangsphase. Es braucht einen neuen Ansatz in der Entwicklung touristischer Produkte, die eng mit Kultur, Küche und traditioneller Kunst verbunden sind.“
Nicht nur Hue hat sich neu positioniert, sondern auch viele andere Regionen. In Ninh Binh wird der Tourismus eng mit der Kulturindustrie entwickelt. Nguyen Cao Tuan, stellvertretender Direktor der Tourismusbehörde der Provinz Ninh Binh, ist der Ansicht:
„Es gilt, Schlüsselmärkte gezielt auszuwählen, um eine nationale Marke aufzubauen. Auf lokaler Ebene entwickeln wir weiterhin Produkte mit eigener Identität und tragen damit zu einer vielfältigen Tourismuslandkarte Vietnams bei.“
Der Komplex Yen Tu – Vinh Nghiem – Con Son, Kiep Bac wurde offiziell von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. |
Das Jahr 2025 markiert zudem einen besonderen Meilenstein, da die Position Vietnams als Reiseziel durch eine Reihe internationaler Auszeichnungen eindrucksvoll bestätigt wurde. So wurde der Komplex Yen Tu – Vinh Nghiem – Con Son, Kiep Bac, offiziell von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Zudem erhielt Vietnam zum sechsten Mal in Folge bei den World Travel Awards die Auszeichnung als führendes Kulturerbe-Reiseziel der Welt.
Diese Ehrungen sind Beweise dafür, wie erfolgreich Vietnam seine eigene Geschichte durch kulturelle Identität und nachhaltige Entwicklung erzählt. Dazu sagt Nguyen Thi Thu Phuong, Direktorin des Instituts für Kultur, Kunst, Sport und Tourismus Vietnams:
„Der touristische Raum ist nicht nur ein Ort der Besichtigung, sondern wird sich zu einem Raum entwickeln, der Lebensgrundlagen für die Gemeinschaft etabliert. Ein auf der Kulturindustrie basierender Tourismus trägt dazu bei, das kulturelle Erbe zu bewahren, zugleich die Lebensqualität zu verbessern, die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.“
Von beeindruckenden Zahlen bis hin zu neu erzählten Kulturgeschichten zeigt der vietnamesische Tourismus im Jahr 2025 ein selbstbewusstes Erscheinungsbild und ist bereit, mit vielen positiven Perspektiven in das Jahr 2026 zu gehen.