Entlang der Straße zum Dorf sind duftige Räucherstäbchen zu sehen. |
Entlang der Dorfwege sowie in den kleinen Gassen und Innenhöfen sieht man Tausende roter Räucherstäbchenbündel. Dort liegt der warme Duft traditioneller Kräutermischungen in der Luft. Das Handwerk zur Herstellung der Räucherstäbchen in Bao An besteht seit über 50 Jahren und erreicht zum Jahresende seinen Höhepunkt, wenn Transportfahrzeuge kontinuierlich Rohstoffe anliefern und Fertigwaren abholen. Le Tien Luong, Vorsitzender des Bauernverbands der Gemeinde Mai Phu, erklärt:
„Ab etwa Mitte Oktober beginnen die Haushalte mit den Vorbereitungen, modernisieren Maschinen und kaufen Rohstoffe ein, um den Bedarf innerhalb und außerhalb der Provinz zu decken. Das Räucherstäbchenhandwerk schafft Arbeitsplätze und bewahrt zugleich die traditionelle Kultur.“
Auch die Produzentin Pham Thu Hien berichtet von der Hochsaison vor Tet:
„In der Zeit vor Tet erhöhen wir die Produktion und die Arbeitszeiten. Neben der Provinz beliefern wir auch Märkte in Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt und Da Nang.“
Die Dorfbewohner trocknen die Räucherstäbchen in der Sonne, damit der Duft länger anhält. |
Die Räucherstäbchen werden ausschließlich aus natürlichen Materialen wie Zimt, Nelken, Kräutern und Bambus gefertigt. Charakteristisch ist die Mischung aus zahlreichen traditionellen Heilpflanzen, die für einen milden, warmen Duft sorgt. Trotz moderner Technik bleiben viele Arbeitsschritte Handarbeit.
Der langjährige Handwerker Ninh Van Long betont:
„Qualität entsteht nur durch Sorgfalt in allen Produktionsschritten – von der Auswahl der Rohstoffe bis zum Trocknen der Räucherstäbchen.“
Die Handwerker müssen viele Arbeitsschritte durchlaufen, vom Mischen der Rohstoffe über das Rollen der Räucherstäbchen bis hin zum Trocknen, um qualitativ hochwertige Produkte herzustellen.
Trotz zunehmender Mechanisierung arbeiten viele Haushalte in Bao An weiterhin in Handarbeit – von der Farbmischung bis zum Rollen der Räucherstäbchen. Gerade dadurch entsteht der charakteristische, milde Duft, der von Kunden geschätzt wird. Dang Thi Bich aus der Gemeinde Dien Chau in der Provinz Nghe An berichtet:
„Ich komme aus Nghe An hierher, um Räucherstäbchen zu kaufen und weiterzuverkaufen. Die Räucherstäbchen aus Bao An duften angenehm, und die Asche biegt sich beim Abbrennen sehr schön. Zum Tetfest ist die Nachfrage hoch, deshalb kaufe ich mehr als sonst ein.“
Eine Kunsthandwerkerin des Dorfes Bao An bei der Herstellung von Räucherstäbchen. |
Durch die langfristige Bewahrung und Weiterentwicklung des Handwerks bringt die Räucherstäbchenherstellung in Bao An hohe wirtschaftliche Erträge, schafft Arbeitsplätze und sichert stabile Einkommen für zahlreiche Familien. Le Van Than, Leiter des Büros des Volkskomitees der Gemeinde Mai Phu, erklärt:
„In den vergangenen Jahren fördern staatliche Programme gezielt die Entwicklung von Handwerksdörfern. Derzeit beteiligen sich 51 Haushalte an der Produktion, einige mit größerem Umfang und moderner Technik. Es gibt 119 feste Arbeitskräfte sowie viele Saisonkräfte zur Zeit vor dem Tetfest. Das monatliche Einkommen liegt bei umgerechnet 500 bis 700 Euro.“
Jedes Räucherstäbchen aus Bao An steht damit nicht nur für wirtschaftlichen Ertrag, sondern auch für Dankbarkeit gegenüber den Vorfahren und die Bewahrung vietnamesischer Traditionen zum Frühlingsfest.