Die Schönheit einer Besucherin im Räucherstäbchen-Dorf Thuy Xuan. |
Mit einer Geschichte von rund 700 Jahren, die bis zur Nguyen-Dynastie zurückreicht, war Thuy Xuan früher der wichtigste Lieferant von Räucherstäbchen für den Königshof, Beamte und die Bevölkerung in Thuan Hoa und Phu Xuan in Hue. Durch Höhen und Tiefen haben Generationen von Dorfbewohnern das traditionelle Handwerk der Räucherstäbchenherstellung fortgeführt und das Dorf zu einer touristischen Attraktion gemacht.
Schon am Dorfeingang empfängt die Besucher ein sanfter Duft von Agarholz. Besonders bekannt ist die Familie von Ho Ngoc Thu, die seit fast 40 Jahren mit Agarholzprodukten verbunden ist. Mehrere Generationen der Familie bewahren und entwickeln dieses Handwerk weiter, indem sie neue Produkte schaffen, die den Bedürfnissen des Marktes entsprechen.
„Die Herstellung von Räucherstäbchen beginnt mit Rohmaterialien, die zu feinem Pulver zermahlen und anschließend mit kaltem Wasser sowie einem pflanzlichen Bindemittel vermischt werden. Danach formt man daraus die Räucherstäbchen gemeinsam mit Bambusstäbchen – entweder maschinell, mit Fußantrieb oder noch ganz traditionell per Hand. In Thuy Xuan spezialisiert man sich auf Räucherstäbchen aus Agarholz, daneben gibt es Varianten mit Kiefer, Zimt oder Kräutern. Heute wird das Spalten der Stäbchen überwiegend maschinell durchgeführt, während es früher reine Handarbeit war.“
Dank moderner Technik kann heute jede Familie bis zu 50.000 Räucherstäbchen pro Tag herstellen, zehnmal mehr als mit der herkömmlichen Methode. Das überlieferte Rezept wird von Generation zu Generation weitergegeben und gleichzeitig stetig verfeinert, sodass Räucherstäbchen mit vielfältigen Duftnoten entstehen. Bui Van Thanh, Inhaber des Betriebs „Non“ in Thuy Xuan, berichtet:
„Hier verwenden wir ausschließlich natürliche Rohstoffe, die wir aus den Wäldern gewinnen. Nach dem Ankauf werden sie verarbeitet, getrocknet und gemahlen, bevor wir das Pulver zur Herstellung der Produkte mischen. Der Duft des natürlichen Agarholzes ist sehr fein und dezent.“
Die Bündel von bunt gefärbten Stäbchenenden sind auf Höfen Trocknen ausgebreitet werden. |
Eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Räucherstäbchen-Dörfern ist die Zugabe von fünf Heilkräutern: Zimtzweige, Kardamom, Zypresse, Nelken und Sternanis. Zusätzlich kommen auch Schalen der wilden Grapefruit, getrocknete Grapefruitblüten, Zimt und Eukalyptus zum Einsatz. Bemerkenswert sind die Bündel von bunt gefärbten Stäbchenenden, die an sonnigen Tagen in großen Mengen entlang der Straßen, auf Höfen und Wiesen zum Trocknen ausgebreitet werden. Die Dorfbewohner arrangieren sie kunstvoll in Kreisen, Blumenformen oder symmetrischen Mustern – ein farbenprächtiges Schauspiel, das den Ort zu einem beliebten Fotospot macht. Räucherstäbchenmacherin To Nu Bich Loan erzählt:
„Dieses hier sind Zimträucherstäbchen, die roten sind Agarholz, die violetten sind Jasmin. Jede Sorte hat ihren eigenen Duft. Wenn man sie anzündet, verströmen sie einen angenehmen Duft im Haus, wirken gegen Feuchtigkeit und vertreiben Mücken.“
Neben der Produktion engagieren sich die Dorfbewohner auch für die Entwicklung von Tourismus. Besucher können den Herstellungsprozess miterleben und eindrucksvolle Fotos machen. Die Einheimischen selbst fungieren als Reiseführer.
„Dieses Dorf ist wirklich einzigartig. Es ist mein erster Besuch hier, und ich finde die Menschen sehr gastfreundlich und die Landschaft wunderschön. Ich bin begeistert.“
„In diesem Handwerksdorf erfährt man viel über die Tradition der Räucherstäbchenherstellung und kann gleichzeitig tolle Fotos machen. Die Bewohner hier sind sehr gastfreundlich. Als Bewohner von Hue bin ich sehr stolz.“
Thuy Xuan ist nicht nur ein Ort, an dem das traditionelle Handwerk bewahrt wird, sondern auch ein Reiseziel, das die kulturelle Eigenart von Hue lebendig widerspiegelt. Mit seiner farbenfrohen Kulisse und den vielfältigen Erlebnissen ist das Dorf ein unvergesslicher Zwischenstopp auf einer Reise in die alte Kaiserstadt.