Der Generalaufstand zur Machtübernahme in Hanoi im August 1945. (Foto: VNA) |
So lautet die Einschätzung zahlreicher internationaler Gelehrter, die sich seit vielen Jahren mit Vietnam befassen.
Alain Ruscio, französischer Historiker, ist der Meinung, dass der Erfolg der Augustrevolution im Herbst 1945 eine geschichtliche Unvermeidbarkeit sei. Unter der Leitung der Viet Minh und von Präsident Ho Chi Minh sei das vietnamesische Volk zum ersten Volk der von Frankreich kolonisierten Völker, das seinen Widerstandskampf erfolgreich geführt hat. Das stelle eine außergewöhnliche Errungenschaft dar, die in der jahrtausendelangen vietnamesischen Geschichte der Staatsgründung und der Landesverteidigung verwurzelte. Alain Ruscio betont:
„Eines der Argumente der Kolonialisten war, dass dieses Volk, dieses Land zuvor nicht existierte und deshalb erobert werden müsse. Dieses Argument ist im Falle Vietnams völlig falsch, da Vietnam bereits über einen Staat verfügte – sogar noch vor dem Entstehen eines zentralisierten Staatsmodells in Frankreich. Viele Franzosen, die in Vietnam anwesend waren, haben sich von der kolonialen Denkweise gelöst und anerkannt, dass es in den vietnamesischen Widerstandsbewegungen ein starkes nationales Denken gab. Ohne diesen ausgeprägten Patriotismus wäre es schwer zu erklären, warum der Widerstand des vietnamesischen Volkes so lange andauerte.“
Der französische Historiker Pierre Journoud, der den französischen Krieg in Vietnam erforscht, geht davon aus, dass der unvermeidliche Erfolg der Augustrevolution der entscheidenden Rolle von Präsident Ho Chi Minh zu verdanken sei. Ihm zufolge war Präsident Ho Chi Minh ein herausragender Verhandlungsführer, der sowohl die Menschen in seinem Umfeld als auch die französische Öffentlichkeit überzeugen konnte.