Neujahrsrituale der buddhistischen Gemeinde der Khmer in der Provinz Tra Vinh. |
Laut dem Weißbuch „Religion und Religionspolitik in Vietnam“ von 2023 gibt es in Vietnam 43 Organisationen der 16 vom Staat anerkannten Religionen mit mehr als 27,7 Millionen Anhängern.
Gewährleistung des Mitbestimmungsrechts
Anfang März 2026 schickte das Ministerium für ethnische und religiöse Angelegenheiten ein Rundschreiben an die Volkskomitees der Provinzen und Städte landesweit. Es sah vor, dass die Aufklärung über die Wahlen in Gebieten von Gläubigen und ethnischen Minderheiten gefördert werden sollte. Damit könnten die Wahlen demokratisch, gleichberechtigt und gesetzmäßig organisiert werden. Dazu K’Lèn, ein Katholik im Dorf K’Long in der Provinz Lam Dong:
„Nach dem Gottesdienst gingen fast alle Gläubigen an die Urnen. Wir haben die Richtlinien von Partei und Staat verstanden und unsere Bürgerrechte mit großer Freude ausgeübt.“
Auf den Kandidatenlisten für die Parlaments- und Kommunalwahlen stehen die Namen zahlreicher geistlicher Würdenträger des Buddhismus, Katholizismus, Protestantismus, Caodaismus und Hoahaoismus. Dass religiöse Würdenträger für das höchste Machtorgan kandidieren, ist ein klarer Beweis für die politische Gleichberechtigung. Sie repräsentieren nicht nur ihre religiösen Lehren, sondern bringen im Falle ihrer Wahl auch die Stimme der religiösen Wähler in das Parlament ein und tragen so zum Gesetzgebungsprozess sowie zur Entscheidung über wichtige Angelegenheiten des Landes bei.
Eine religiöse Versammlung von Anhängern des Caodaiismus in Tay Ninh. |
Die Religionsfreiheit in vielfältigen Aspekten widerspiegeln
In den vergangenen Jahren wurde der Anteil von Abgeordneten aus ethnischen Minderheiten und Religionsgemeinschaften im Parlament hervorgehoben. Im Parlament der 15. Legislaturperiode (2021-2026) gab es unter den 499 Abgeordneten 89 Vertreter ethnischer Minderheiten und 5 religiöse Würdenträger. In der damaligen Amtsperiode wurden ebenfalls 88 Würdenträger und 35 Gläubige in die Volksräte auf Provinzebene gewählt, während Hunderte weitere in den Volksräten auf Kreis- und Gemeindeebene vertreten sind.
Auch in anderen Bereichen sind Religionsgemeinschaften aktiv. Laut dem Ministerium für ethnische und religiöse Angelegenheiten verwalten religiöse Organisationen unter anderem etwa 300 Kindergärten, 12 Berufsbildungsstätten, zahlreiche wohltätige Klassen, über 500 wohltätige medizinische Einrichtungen und 125 soziale Hilfszentren.
Die Weihnachtsfeier der Katholiken in der Kathedrale von Hanoi. |
Dem Weißbuch über Religion zufolge stieg die Zahl der Gläubigen von 17,4 Millionen im Jahr 2003 auf 27,7 Millionen im Jahr 2023. Die Anzahl der anerkannten religiösen Organisationen erhöhte sich von 16 auf 43 und die Zahl der Religionsstätten wuchs von 20.900 auf 29.890.
Laut dem Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus finden in Vietnam jährlich 544 religiöse Feste statt.
In Vietnam sind die Gläubigen der verschiedenen Religionen ein wichtiger Bestandteil des Blocks der großen nationalen Solidarität. Die Gewährleistung der Religionsfreiheit bedeutet nicht nur die Umsetzung von Gesetzen, sondern auch den Respekt vor der Vielfalt in der Einheit. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem sich jeder Bürger – ob gläubig oder nicht – als unverzichtbarer Teil der Errungenschaften des Landes fühlt.