Wiederbelebung der ruhmreichen Geschichte durch Cai-Luong-Theaterstück „Von Viet Bac nach Hanoi“

Thuy Tien
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(VOVWORLD) - Anlässlich des 80. Jubiläums des Sieges der Augustrevolution und des Nationalfeiertags am 2. September hat das Vietnam National Traditional Theater vor kurzem im Opernhaus von Hanoi das Cai-Luong-Theaterstück „Von Viet Bac nach Hanoi“ zur Aufführung gebracht. Das Stück wurde nach dem gleichnamigen Werk adaptiert und ist der dritte Teil des fünfteiligen Romanzykluses „Nuoc Non Van Dam“ auf Deutsch „Tausende von Meilen fern der Heimat“ des Schriftstellers Nguyen The Ky. Mit einer neuartigen Inszenierung hat „Von Viet Bac nach Hanoi“ beim Publikum einen tiefen Eindruck hinterlassen und gleichzeitig dazu beigetragen, ein ruhmreiches Kapitel der vietnamesischen Geschichte durch die traditionelle Cai-Luong-Bühnenkunst wieder zu beleben. 
Wiederbelebung der ruhmreichen Geschichte durch Cai-Luong-Theaterstück „Von Viet Bac nach Hanoi“ - ảnh 1Übung von Künstlern des Vietnam National Traditional Theaters für das Cai-Luong-Theaterstück „Von Viet Bac nach Hanoi“. (Foto: Thuy Tien/VOV)

Das Cai Luong-Theaterstück „Von Viet Bac nach Hanoi“ führt die Zuschauer zurück in die historische Zeitspanne von 1941 bis 1945. Es beginnt mit der Rückkehr des Revolutionärs Nguyen Ai Quoc in die Heimat im Januar 1941 nach seiner 30-jährigen Auslandsreise, um nach einem Weg zur Rettung des Landes zu suchen. Er leitete die Revolution und baute revolutionäre Kräfte auf. Der Höhepunkt dieses Zeitraums war der Sieg der Augustrevolution im Jahr 1945. Der entscheidende Moment folgte am Nachmittag des 2. September 1945, als Präsident Ho Chi Minh die Unabhängigkeitserklärung verlas und damit die Demokratische Republik Vietnam, die heutige Sozialistische Republik Vietnam, gründete. Das Stück wurde vom Vietnam National Traditional Theater inszeniert. Beteiligt sind erfahrene und talentierte Künstler wie Regisseur Trieu Trung Kien und Komponist Trong Dai sowie bekannte Cai-Luong-Künstlerinnen und Künstler wie der Künstler des Volkes Manh Hung, ausgezeichnete Tien Dat, Nhu Quynh und Ngan Ha. Regisseur Trieu Trung Kien erzählt:

„Die Herausforderung bei dem Theaterstück besteht darin, dass sich im historischen Fünfjahreszeitraum eine Vielzahl bedeutender Vorkommnisse ereignet haben. Diese Ereignisse mussten allerdings innerhalb einer zweistündigen Bühnenaufführung vermittelt werden. Die Frage war: Wie erzählen wir so viel lebendig und berührend, sodass das Publikum bereits von den ersten Szenen an in die Geschichte hineingezogen wird.“

Wiederbelebung der ruhmreichen Geschichte durch Cai-Luong-Theaterstück „Von Viet Bac nach Hanoi“ - ảnh 2Regisseur Trieu Trung Kien. (Foto: Thuy Tien/VOV)

Eine weitere Herausforderung für das Produktionsteam liegt darin, die Figur Ho Chi Minh überzeugend auf die Bühne zu bringen. Durch die klangvollen und kraftvollen Melodien des Cai-Luong-Gesangs wurden die Figur von Präsident Ho Chi Minh und seine Genossen auf der Bühne nahbar, lebendig und emotional greifbar. Dies schaffte eine besondere Verbindung zwischen den historischen Persönlichkeiten und den Zuschauern. Künstler Van Thuan, der die Rolle von Präsident Ho Chi Minh verkörperte, musste viel Zeit damit verbringen, um die historische Persönlichkeit überzeugend auf die Bühne zu bringen.

„Die Darstellung von Präsident Ho Chi Minh ist eine große Herausforderung, denn ganz Vietnam kennt seine Persönlichkeit. Ich bin im Norden aufgewachsen, daher war es nicht leicht, den zentralvietnamesischen Akzent von Onkel Ho zu lernen. Außerdem musste ich versuchen, mir Onkel Hos typische Gestik, Mimik und Auftreten anzueignen.“

Durch die Darstellung von Künstler Van Thuan erlebt das Publikum Nguyen Ai Quoc – Ho Chi Minh nicht nur als ein bescheidenes Staatsoberhaupt. Er war eng mit seinen Mitstreitern sowie den Menschen auf der Viet-Bac-Widerstandsbasis verbunden. Die kreative Interpretation des Künstlers Van Thuan hinterließ bei den Zuschauern einen guten Eindruck. Dazu Zuschauerin Nguyen Thi Hien:

„Die Rolle des Onkels Ho wurde vom Künstler sehr leidenschaftlich dargestellt und erzeugte viele Höhepunkte. Ich habe die Worte von Onkel Ho als sehr aufrichtig empfunden. Er wünschte sich, dass das Volk in Wohlstand und Glück leben kann. Viele Szenen waren besonders eindrucksvoll.“

Auch die Gestaltung des Bühnenraums hinterließ beim Publikum einen großen Eindruck. Die Bühne ist kunstvoll gestaltet – mit Bild- und Toneffekten wirkungsvoll kombiniert. So öffnete sie dem Publikum eindrucksvolle Alltagsmomente aus dem Leben Ho Chi Minhs, wie beispielsweise seine unermüdlichen Pendelreisen über die vietnamesisch-chinesische Grenze, die herzliche Zuneigung des chinesischen Volkes für ihn sowie vertraute Gespräche mit seinen Mitstreitern Truong Chinh, Hoang Van Thu, Pham Van Dong und Vo Nguyen Giap.

Die Inszenierung vereint auf geschickte Weise verschiedene Kunstformen – darunter Cai Luong, Tanz und traditionelle Musik und bietet dem Publikum dadurch ein vielfältiges visuelles und auditives Erlebnis. 

Nach der Premiere in Hanoi wird das Stück auch in Ho-Chi-Minh-Stadt sowie in weiteren Provinzen und Städten aufgeführt. 

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