Der Schamane wird im Namen der Familie durch Gebete und Rituale mit den Göttern kommunizieren. (Foto: H Xiu) |
Sobald ein Langhaus fertiggestellt ist, wählt der Hausbesitzer einen günstigen Tag und bereitet alle notwendigen Opfergaben vor, um das Ritual zum Einzug in das neue Haus nach traditionellen Bräuchen abzuhalten.
In Begleitung des Klangs der Knah-Gongs findet die Zeremonie zum Einzug in das neue Haus der Volksgruppe Ede in der westlichen Region der Provinz Dak Lak in zwei Hauptteilen statt: die Verehrung der Heiligen und Vorfahren sowie das Gebet für die Gesundheit des Hausbesitzers. Dazu Y Min Kbuor im Wohnviertel Tan An in der Provinz Dak Lak:
„Man führt dieses Ritual durch, um die Götter zu bitten, die Familie des Hausbesitzers mit Glück, guter Gesundheit und einem stabilen und wohlhabenden Leben zu segnen.“
Die Zeremonie beginnt am östlichen Fenster des Hauses. Nach dem Glauben der Ede empfängt diese Himmelsrichtung das Sonnenlicht und symbolisiert somit Leben und Neuanfänge. Sobald die Opfergaben dargebracht sind und die Gongs erklingen, beginnt der Schamane Götter der Berge , Wälder und Erde sowie die Ahnen einzuladen, das neue Haus zu bezeugen, anzuerkennen und die Familie zu segnen.
Anschließend folgt das Ritual, um die Gesundheit des Hausbesitzers zu beten. Dies gilt als zentraler Bestandteil der Zeremonie. Der Hausbesitzer und seine Frau sitzen vor den Opfergaben und blicken zum nach Osten ausgerichteten Fenster. Der Schamane betet, tritt dann an den Krug mit Can-Schnaps heran, spricht Segenssprüche und legt dem Hausbesitzerpaar Kupferarmbänder an. Er wünscht der Gastfamilie außerdem gute Gesundheit und ein wohlhabendes Leben.
Das Gongensemble bei der Zeremonie. (Foto: H Xiu) |
Y Siong Eban im Wohnviertel Tan An in der Provinz Dak Lak sagt:
„Bei der Zeremonie ist es üblich, ein Gebet abzuhalten, um dem Hausbesitzer gute Gesundheit zu wünschen. Das ist ein Brauch der Volksgruppe der Ede.“
Während der Zeremonie erklingen die Knah-Gongs in unterschiedlichen Rhythmen, die jeder Phase des Gebets entsprechen. Y Nhut Kbuor im Wohnviertel Tan An weiter:
„Vor Beginn des Rituals werden Gongs angeschlagen. Der erste Anschlag erfolgt langsam und gleichmäßig, gefolgt von einem schnelleren Tempo. Gegen Ende des Gebetes wird das Gongspiel unterbrochen. Während der Schamane dem Paar die Armbänder anlegt, werden die Gongs nicht gespielt. Anschließend werden die Gongs wieder gespielt, bis die Zeremonie beendet ist.“
Auch heute noch wird die Zeremonie zum Einzug ins neue Haus der Ede im modernen Leben gepflegt. Die Aufrechterhaltung dieses Rituals trägt nicht nur zur Bewahrung der Identität der Volksgruppe Ede bei, sondern eröffnet auch Möglichkeiten zur Förderung traditioneller kultureller Werte im Zusammenhang mit gemeinschaftsbasiertem Tourismus und Erlebnistourismus.