G7-Gipfel: Priorität für Afrika und dringende Aktionen

Quang Dung
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(VOVWORLD) - Vom 13. bis zum 15. Mai findet das Gipfeltreffen der sieben weltweit führenden Industrieländer in der süditalienischen Region Apulien statt. Das Gipfeltreffen wird vor dem Hintergrund organisiert, dass den westlichen Ländern zahlreiche große Herausforderungen aufgrund der geopolitischen Konflikte und der wirtschaftlichen Konkurrenz bevorstehen. Gleichzeitig sind einige G7-Staats- und Regierungschefs auf der inländischen politischen Bühne in Schwierigkeiten geraten. 
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Die Spitzenpolitiker beim G7-Gipfeltreffen in der süditalienischen Region Apulien. (Foto: AFP/VNA)
Als G7-Vorsitzender lud Italien Papst Franziskus und Vertreter zahlreicher Länder und internationaler Organisationen wie Brasiliens, Argentiniens, Indiens, der UNO, der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank zum Treffen ein.

Afrika Priorität einräumen

Als Knotenpunkt zwischen Europa und Afrika will das Gastgeberland Italien Afrika beim diesjährigen G7-Gipfeltreffen in den Mittelpunkt der Arbeit rücken. In ihrer Eröffnungsrede beim G7-Gipfel in Borgo Egnazia bekräftigte Italiens Premierministerin Giorgia Meloni:
„Als G7-Vorsitzender will Italien einem anderen Kontinent, der für unsere Zukunft von grundlegender Bedeutung ist, ausreichend Raum widmen, nämlich Afrika mit seinen Schwierigkeiten und Chancen.“

Um vorrangige Aktionen für Afrika zu konkretisieren, hat die italienische Regierung Anfang dieses Jahres den Mattei-Plan vorgeschlagen, der mit einer Anfangsfinanzierung von 5,5 Milliarden Euro ausgestattet ist und sich auf fünf Schlüsselbereiche konzentriert: Bildung, Landwirtschaft, Gesundheit, Energie und Umwelt. Italiens Initiative ist von allen Parteien begeistert aufgenommen worden. Dem UN-Generalsekretär Antonio Guterres zufolge ist Afrika dieser Aufmerksamkeit würdig. Dieser Kontinent verfüge über riesige Bodenschätze und spiele eine äußerst wichtige Rolle bei der Energiewende der Welt. Jedes Jahr mache die installierte Leistung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen in Afrika allerdings lediglich fast ein Prozent in der Welt aus. Deswegen sollte die G7-Gruppe ihre finanzielle und technologische Unterstützung für Afrika und andere Entwicklungsländer erhöhen, damit sie sich an den Klimawandel anpassen können.

„Es muss ein klares Bekenntnis der G7 geben, die Finanzierung für die Klimaanpassung bis zum nächsten Jahr zu verdoppeln und die Finanzierungslücke für die Anpassung zu schließen.“

Neben der Entwicklung von Afrika stehen auch der Klimawandel, die Lage im Nahen Osten, der Ukraine-Konflikt, die Migration, der Indopazifik, die Künstliche Intelligenz und die Energie auf der Tagesordnung des diesjährigen G7-Gipfels. Bemerkenswert wird Papst Franziskus bei seiner ersten Teilnahme an einem G7-Gipfel eine Rede bei einer Gesprächsrunde zum Thema Künstliche Intelligenz halten.

Dringende Aktionen

Das diesjährige G7-Gipfeltreffen findet im Schatten der innenpolitischen Probleme einiger Mitgliedsländer statt. Sowohl US-Präsident Joe Biden und Kanadas Premierminister Justin Trudeau, als auch Japans Premierminister Fumio Kishida verloren das Vertrauen der Bevölkerung. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz erlitten bei der Europawahl ein Debakel. Außerdem stehen Großbritanniens Premierminister Rishi Sunak und Frankreichs Präsident Macron vor riskanten Neuwahlen, die in drei Wochen stattfinden werden. Professor Raffaele Marchetti an der Luiss University im Rom ist der Meinung:

„Das ist ein besonderer G7-Gipfel, da einige G7-Staats- und Regierungschefs im nächsten Jahr wahrscheinlich nicht mehr im Amt sein könnten. Gleichzeitig könnte sich die politische Lage in einigen G7-Staaten verändern. Deswegen sollten die G7-Staats- und Regierungschefs Entscheidungen treffen und den Zusammenhalt verstärken. Sonst würden die Fragen im nächsten Jahr auf andere Weise gelöst.“

Experte Riccardo Alcaro vom italienischen Institut für internationale Beziehungen ist der Meinung, dass die G7-Staaten keinen Einfluss mehr auf die Festlegung der globalen Agenda hätten. Deswegen sollten die Staats- und Regierungschefs der G7 jetzt entschlossener handeln.