Wiederbelebung der folkloristischen Bilder Kim Hoang

Vinh Phong
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(VOVWORLD) - Wenn von folkloristischen Bildern die Rede ist, erwähnt man oft die Dong-Ho-Bilder der Provinz Bac Ninh und die Hang-Trong-Bilder in Hanoi. Es gibt in der Hauptstadt aber noch die Kim-Hoang-Bilder in der Gemeinde Van Canh im Kreis Hoai Duc. Durch Höhen und Tiefen gerieten diese Bilder schon mal in Vergessenheit. Aber mit der Entschlossenheit der Bewohner in Van Canh, die Kultur ihrer Heimat zu bewahren, wurden die Kim-Hoang-Bilder wiederbelebt. 
Wiederbelebung der folkloristischen Bilder Kim Hoang - ảnh 1

Kunsthandwerker Dao Dinh Trung. (Foto: chinhphu.vn)

Die folkloristischen Bilder Kim Hoang entstanden im 18. Jahrhundert. Die damaligen Bewohner im Dorf Kim Hoang waren Abwanderer aus der zentralvietnamesischen Provinz Thanh Hoa im Jahr 1701. Sie kamen aus beiden Dörfern Kim Bang und Hoang Bang, deshalb nannten sie ihr neues Dorf im Norden Kim Hoang. Sie fanden, dass die folkloristischen Bilder Dong Ho und Hang Trong nur lediglich für Bewohner in Hanoi, Bac Giang, Bac Ninh und Hai Duong gefacht waren, nicht aber für Bauern. So entschieden die Bewohner des Dorfes Kim Hoang, ihre eigenen Bilder zu schaffen, die eine Kombination der beiden oben genannten Bildersorten waren. Nguyen Sy und Nguyen The waren die beiden ersten Familien im Dorf, die die Kim-Hoang-Bilder schufen. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich die Kim-Hoang-Bilder stark. Aber bei den großen Fluten im Jahr 1915 wurden viele Holzplatten, die dem Druck der Bilder dienten, vom Flutwasser mitgerissen. Die Kim-Hoang-Bilder erlebten seitdem ihre Tiefen. 1945 übte niemand im Dorf den Beruf zur Herstellung folkloristischer Bilder mehr aus. Dazu der 60-jährige Bewohner Nguyen Sy Tien:

„Den Beruf zur Herstellung der Bilder gab es schon lange her. Als ich noch klein war, erzählten alte Menschen über die Herstellung dieser Bilder. Meine Familie war einer der Gründer dieser Bildsorte. Bei der Hungersnot im Jahr 1945 waren viele Holzplatten verloren gegangen. Seitdem verloren wir den Beruf.“

Mit dem Wunsch, ihre verloren gegangene Bildsorte wiederzubeleben, haben die Bewohner in Van Canh und das vietnamesische Kunstmuseum ein gemeinsames Projekt gestartet. Dao Dinh Trung ist der erste Kunsthandwerker, der das Fundament zur Wiederherstellung der Kim-Hoang-Bilder gebaut hat. In den vergangenen drei Jahren hat er gemeinsam mit anderen Leuten erste Schritte gemacht, um diese Bildsorte wiederzubeleben. Die alten Kim-Hoang-Bilder, die im vietnamesischen Kunstmuseum und von einem französischen Bildsammler aufbewahrt werden, haben er und seine Mitarbeiter nachgemacht. Ihre Bilder haben keine große Unterschiede im Vergleich zu alten Bildern.

„Es gibt etwa 60 unterschiedliche Bilder. Aber wir haben zuerst die Hahn- und Schweinbilder wieder produziert. Wir haben die Züge in Kim-Hoang-Bildern genau studiert und sie mit Zügen in Bildern anderer Dörfer verglichen. Wir haben dann gefunden, dass die Züge sehr anders sind.“

Die Restaurierung der Holzplatten der Kim-Hoang-Bilder ist sehr aufwendig. Die Forschungsgruppe hat mehr als 30 Kunsthandwerker aus anderen für folkloristische Bilder bekannten Dörfern gebeten, aus einigen im Kunstmuseum aufbewahrte Bilder neue Holzplatten zu machen. Bisher wurden nur eine kleine Mengen Kim-Hoang-Bilder wiederbelebt.

Anders als Dong-Ho-Bilder und Hang-Trong-Bilder werden die Kim-Hoang-Bilder auf rotem Papier gedruckt. Sie sind meist Blutrot, Rosenrot und Orangerot. Die Themen der Kim-Hoang-Bilder sind lebensnah und einfache Sachen für die Bauern wie Hahn, Schwein, Landschaft und Küchenheilige. Die Bilder hängte man damals an die Wand als Dekoration zum Neujahrsfest Tet. Es gab aber auch Dekorationsbilder für den Altar. Nguyen Sy Tien weiter:

„Die Farbstoffe für die Bilder sind natürlich und meist rot. Die Holzplatten wurden restauriert und nach Dong Ho gebracht, um Rahmen zu machen. Wir haben noch nicht viele Kunsthandwerker, die die Holzplatten machen können. Wir benutzen Do-Papier für die Bilder.“

Im August 2016, bei der Ausstellung der zwölf typischen folkloristischen Bilder-Dörfer Vietnams im Kunstmuseum, haben die Kim-Hoang-Bilder Eindrücke bei Besuchern aus dem In- und Ausland hinterlassen. Nun können Besucher zum Traditionshaus der Gemeinde Van Canh in Hoai Duc kommen und sich dort über die Kim-Hoang-Bilder informieren, nämlich im Zentrum für Wiederbelebung der Kim-Hoang-Bilder.

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